Lexikon
Alternative Anlagen
Unter alternativen bzw. nicht traditionellen Anlagen werden üblicherweise Investitionen in Private Equity, Hedge Funds, Commodities und Immobilien verstanden.
Anlagestiftung (AST)
Eine der Bundesaufsicht unterstellte, steuerbefreite Stiftung zur Durchführung der Kapitalanlage von Personalvorsorgeeinrichtungen.
Asset & Liability-Analyse
Prüfung der Risikofähigkeit der Pensionskasse. Das Ergebnis dieser Analyse beeinflusst die künftige Anlagetätigkeit. Basierend auf der Analyse der Verpflichtungen der Vorsorgeeinrichtung wird unter Berücksichtigung der passivseitigen Verhältnisse, der Risikofähigkeit und -freudigkeit, der speziellen Gegebenheiten der Personalvorsorgeeinrichtung und der an den Finanzmärkten vorherrschenden Situation die langfristig gültige Ausrichtung des Portfolios erarbeitet (strategische Asset Allocation).
Beitragsprimat
Die Leistung der Pensionskasse richtet sich nach dem über die Beitragsjahre angesparten Kapital.
Benchmark
Die Benchmark ist eine «Messlatte» oder Referenzgrösse, die im Hinblick auf die Entwicklung der Performance herangezogen wird (z.B. Aktienindex).
Blue Chips
Bezeichnung für Aktien führender, börsenkotierter Unternehmungen mit erstklassiger Bonität, hoher Ertragskraft und solider Finanzstruktur.
Bonität
Zahlungsfähigkeit, Zahlungswille und andere positiv zu wertende Eigenschaften eines Kapitalmarktschuldners, die auf seine Kreditwürdigkeit hinweisen. Die unterschiedliche Kreditwürdigkeit spiegelt sich in der Bonitätseinstufung durch die Wertschriftenanalyse anerkannter Rating-Agenturen.
BVG-Minimum
Minimale gesetzliche Leistungen, die durch die Vorsorgeeinrichtung einzuhalten sind. Dem Obligatorium unterliegt ein Jahreslohn von aktuell mindestens 20'520 und maximal 82'080 Franken. Die Sparbeiträge liegen, abgestuft nach Alter des Arbeitnehmers, zwischen 7 und 18 Prozent, wobei die Hälfte vom Arbeitgeber bezahlt werden muss.
Commodities
Rohstoffe und landwirtschaftliche Güter, in die mittels börsengehandelter derivater Instrumente investiert werden kann.
Deckungsgrad
Zeigt das Verhältnis des Anlagevermögens zum benötigten Kapital, um die Vorsorgeverpflichtungen decken zu können. Bei einem Deckungsgrad unter 100 Prozent ist das Vermögen kleiner als das benötigte Kapital. Bei über 100 Prozent bestehen Schwankungsreserven. Liegt der Deckungsgrad unter 90 Prozent, stehen Sanierungsmassnahmen an.
Derivative Finanzanlagen
Der Sammelbegriff umfasst sämtliche Anlageinstrumente, deren Wert vom Preis eines zugrunde liegenden Basiswertes (Zinsen, Währungen) oder Vermögenswertes (Obligationen, Aktien) abgeleitet wird. Zu den Derivaten zählen Optionen (Zins-, Aktien-, Indexoptionen) sowie Termingeschäfte (sog. Futures, Forward Rate Agreements, Swaps). Derivative Finanzinstrumente eignen sich sowohl zur Absicherung von bestehenden Vermögenswerten als auch für den spekulativen Einsatz.
Discounted-Cashflow-Methode (DCF)
Bei der Discounted-Cashflow-Methode (DCF) wird der aktuelle Marktwert einer Liegenschaft durch die Summe aller in Zukunft zu erwartenden, auf den Stichtag diskontierten, abgezinsten Nettoerträge bestimmt. Letztere werden pro Liegenschaft individuell, in Abhängigkeit der jeweiligen Chancen und Risiken, marktgerecht und risikoadjustiert diskontiert.
Duration
Durchschnittliche Kapitalbindung ausgedrückt in Jahren einer festverzinslichen Anlage oder eines Portfolios in festverzinslichen Anlagen im Sinne eines Risikomasses. Je länger die Duration einer festverzinslichen Anlage, umso stärker reagiert diese auf Veränderungen des Zinsniveaus und umgekehrt.
Funds of Funds
Anlagefonds, dessen Vermögen nicht in Direktanlagen, sondern in Anteile anderer Anlagefonds investiert wird.
Hedge Funds
Investitionen und Beteiligungen an Fonds, die eine absolute, von der Marktentwicklung ganz oder weitgehend unabhängige Rendite anstreben und die eine Vielzahl besonderer Anlagevehikel und -techniken sowie vorwiegend derivate Instrumente einsetzen.
Korrelation
Statistisches Mass, das den linearen Zusammenhang zwischen zwei Zahlenreihen (z.B. Performance einer Aktie und des Marktes) misst. Definitionsgemäss bewegt sich die Korrelation zwischen +1 und –1. Ein Wert von +1 bedeutet, dass sich Index und Aktie konstant gleichgerichtet bewegen.
Leistungsprimat
Mit «Leistungsprimat» bezeichnet man einen Vorsorgeplan, bei dem zuerst die Höhe der Leistungen festgelegt wird. Danach berechnet man, welche Beiträge zur Finanzierung dieser Leistungen erforderlich sind.
Mindestzins
Der Zinssatz, zu dem das Altersguthaben der aktiven Versicherten verzinst werden muss. Allerdings unterliegt nur der Teil des Guthabens diesem Zins, der den obligatorischen Mindestbestimmungen (BVG-Minimum) unterliegt. Der Mindestzins beträgt aktuell zwei Prozent.
Performance
Die Performance widerspiegelt den Erfolg (Gewinn oder Verlust) bezüglich der Kapitalanlagen auf dem durchschnittlich investierten Kapital während einer bestimmten Periode. Der Erfolg setzt sich dabei zusammen aus den realisierten und den nicht realisierten Nettoerträgen, unter Berücksichtigung sämtlicher Aufwandkomponenten (Kommissionen, Steuern, Börsenabgaben).
Portefeuille/Portfolio
Immobilien- bzw. Wertschriftenbestand.
Private Equity
Beteiligungen an nicht börsenkotierten, meistens relativ jungen Unternehmungen im In- und Ausland.
Rating
Einstufung der Bonität eines Schuldners durch spezialisierte Agenturen wie Standard & Poor's (S&P) und Moody's aufgrund einheitlicher Kriterien und Verfahren.
Ein «AAA» bedeutet beste Qualität und die Fähigkeit des Emittenten ist sehr stark, Zinsen und Tilgung zu leisten. Die Papiere sind faktisch mündelsicher. Ein «AA» bedeutet eine gute Fähigkeit des Emittenten, die Anleihe zu bedienen. Zusammen mit der ersten Kategorie bilden derartige Obligationen die Gruppe qualitativ hochgradiger Titel. Obligationen mit einem «A» verfügen über hohe Bonitätsattribute, die jedoch durch äussere Einflüsse politischer oder konjunktureller Art beeinträchtigt werden können. Die Ratingagentur charakterisiert Obligationen der Kategorien «AA» bis «B» mit Zahlen zwischen 1 und 3. Dabei bedeutet 1, dass die betreffenden Papiere besser sind als der Durchschnitt der Kategorie. 2 charakterisiert eine mittlere Qualität. 3 ist Obligationen vorbehalten, die die Qualitätskriterien der Kategorie nur knapp erfüllen.
Securities Lending
Ausleihungen von Wertpapieren auf bestimmte oder unbestimmte Dauer gegen Entgelt.
Statisches Deckungskapital
Barwert der per Stichtag erworbenen Ansprüche der Vollversicherten
Strategische Asset Allocation
Definition des langfristigen Anlageleitbildes der Vorsorgeeinrichtung, unter Berücksichtigung der Leistungsverbindlichkeiten und der Risikofähigkeit, welche Aufschluss gibt über die Aufteilung des Vermögens nach Anlagekategorien und Anlagemärkten.
Swiss GAAP FER 26
Die Rechnungslegung nach Swiss GAAP FER 26 soll ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der berichtenden Pensionskasse vermitteln.
Swiss Performance Index (SPI)
Der SPI deckt praktisch sämtliche an der Schweizer Börse kotierten Unternehmen ab. Da er dividendenkorrigiert ist und sich nach der Marktkapitalisierung berechnet, eignet er sich als echter Performancemassstab.
Technischer Zinssatz
Zu erwartende Verzinsung des Kapitals der künftigen Rentner(innen). Je höher diese Annahme ist, umso höher kann der Umwandlungssatz zur Bestimmung der Rente angesetzt werden. Der technische Zins wird von den Pensionskassen individuell innerhalb einer Bandbreite von 3.0 bis 4.5 Prozent festgelegt.
Teilliquidation
Scheidet eine grössere Anzahl von Versicherten durch den Austritt einer Firma aus einer Sammelstiftung, durch den Verkauf von Unternehmensteilen oder durch einen grösseren Stellenabbau aus der Pensionskasse aus, erfolgt eine Teilliquidation. Das Austrittsguthaben wird dem Deckungsgrad entsprechend bemessen.
Umwandlungssatz
Prozentsatz, zu dem das Vermögen eines Versicherten bei der Pensionierung in eine jährliche Rente umgewandelt wird. Ein Umwandlungssatz von sieben Prozent bedeutet, dass bei einem Kapital von 100'000 Franken eine Jahresrente von 7'000 Franken resultiert.
Volatilität
Die Volatilität ist das aus historischen Daten gewonnene Mass für die Schwankungen einer Wertpapierrendite innerhalb einer bestimmten Periode. Meistens wird sie als auf Jahresbasis umgerechnete Standardabweichung beziffert.
Vorsorgekapital
Das Vorsorgekapital setzt sich aus den Altersguthaben und den Vorsorgerückstellungen zusammen. Es beinhaltet das versicherungsmathematisch berechnete Kapital, das erforderlich ist, um langfristig die Verpflichtungen der PPK SAV zu erfüllen. Mit den Vorsorgerückstellungen werden die Auswirkungen aus der Zunahme der Lebenserwartung berücksichtigt.
Wertschwankungsreserve
Die Wertschwankungsreserve dient dem Ausgleich von Schwankungen der Wertschriftenkurse, des Marktwertes der Liegenschaften und der übrigen Anlagen. Die Wertschwankungsreserve ist entscheidend für die Risikofähigkeit und die Wahl der Anlagestrategie. Die Höhe der Wertschwankungsreserve und das Risiko der Anlagestrategie müssen aufeinander abgestimmt sein.